Ramsau - Die Rettungskräfte sehen offenbar derzeit keine Chance mehr, den seit vergangenem Samstag vermissten Bergsteiger am Hochkalter in den Berchtesgadener Alpen noch lebend zu finden. Wie die Polizei am Donnerstagabend mittteilte, seien unter den derzeitigen Umständen, insbesondere aufgrund der Schneelage im eingegrenzten Gebiet, weitere Suchmaßnahmen "nicht zielführend". Bergwacht und Polizei wollen die Lage am Berg jedoch weiter im Auge behalten, um bei einer Wetteränderung hin zu Tauwetter in der betroffenen Höhe die Suche schnell wieder aufnehmen zu können. Zuvor hatten die Bergretter die Suche nach dem verunglückten 24-Jährigen heute wegen zu großer Gefahr für die Helfer wieder aufgeben müssen. Von dem jungen Mann selbst fehlt weiterhin jede Spur, nur sein Rucksack war gestern entdeckt worden. Von heute Morgen bis zum frühen Nachmittag hatten drei Teams aus Bergwachtlern und Polizeibergführern trotz widriger Bedingungen die steile Rinne und die Felswände ober- wie unterhalb der Rucksack-Fundstelle mit Lawinensonden und elektronischen Ortungsgeräten abgesucht. Ein Polizeihubschraubers unterstützte die Suche aus der Luft mit der Recco-Boje und optischer Absuche des Geländes. In den Nachmittagsstunden konnte zwar ein weiteres Signal aus der Wand empfangen werden. Die nähere Absuche durch das Bergführer-Team blieb allerdings erfolglos. Zum Mittag war bereits das Lawinen- und Steinschlag-Risiko durch Erwärmung und Sonneneinstrahlung deutlich angestiegen, so dass der Helikopter die Einsatzkräfte schließlich nacheinander wieder ins Tal zurückflog.
(c) Bayernwelle